4. Juni 2013 WTS Rennen in Madrid "Man lernt nie aus…!"
WTS Rennen in Madrid - "Man lernt nie aus…!"
Beim 4. Weltmeisterschaftsrennen der Saison am vergangenen Sonntag in Madrid, bin ich nach 12 Jahren im Elite Triathlon Zirkus, wieder um eine Erfahrung reicher geworden.
Und zwar, dass man mit 31 Jahren nicht mehr der Jüngste ist und ich auch auf die Signale meines Körpers hören sollte.
Schon ein paar Tage vorher habe ich beim laufen im rechten Bein Schmerzen gehabt und diese mehr oder weniger nicht toleriert, bzw. wenig Rücksicht im Training darauf genommen. Zu sehr war doch mein eigener Ehrgeiz und nachdem ich vor einer Woche beim Liga Rennen in Frankreich noch gut durch gekommen war, hoffte ich auch in Madrid trotz Problemen im Bein, ein gutes Rennen zeigen zu können.
Das Schwimmen war mal wieder Madrid typisch chaotisch brutal und schon dort hatte ich mir einen guten Rückstand von 45 Sek. auf die Spitze eingefangen.
Auf dem anspruchsvollen Radkurs konnte ich zumindest schnell auf Teamkollege Jan Frodeno auf schließen und so fanden wir uns nach wenigen Kilometern geschlossen mit der gesamten deutschen Mannschaft (u.a. auch Gregor Buchholz und Franz Löschke) in der 3 Radgruppe wieder.
Zusammen arbeiteten wir hart daran den Rückstand zu verringern und nach ca. der Hälfte des Radfahrens konnten wir auf die 2. Gruppe aufschließen.
Jan und ich arbeiteten auch den Rest des Radfahrens weiter daran, den Rückstand auf die restlichen 5 Führenden zu verringern. Leider bekamen wir aber wenig Unterstützung von den andern 26. Mitstreitern in dieser Gruppe.
So vergrößerte sich der Rückstand bis zum 2. Wechsel auf über 1:30 Min.
Hoch motiviert und noch ohne größere Probleme bin ich dann auch als 7. aus der Wechselzone gestürmt und wollte mich schnell weiter nach vorne arbeiten.
2 Kilometer lang sah es auch sehr gut aus, aber dann meldete sich mein Bein wieder.
Ich lief immer unrunder und irgendwann tat dann jeder Schritt weh. Vom eigenen Ehrgeiz angetrieben, ignorierte ich jedoch die Signale und versuchte das Rennen irgendwie noch zu Ende zu bringen.
Auf Platz 24 mit 5 Min. Rückstand auf den Sieger Jonathan Brownlee schaffte ich es noch bis zum Zielstrich, konnte jedoch von da an keinen Meter mehr gehen !!!
Gleich nach meiner Rückkehr hatte ich heute dann einen MRT Termin und zum Glück ist nichts Schlimmeres mit meinem Bein passiert!!!
Ich werde wohl nur ein paar Tage mein Training reduzieren müssen und kann dann vielleicht in einer Woche wieder mit dem Lauftraining beginnen.
Das Ganze soll mir jedoch eine große Lehre sein. Und zeigte mir, dass auch ich wohl nicht mehr die Knochen eines 25 Jährigen habe und vielleicht hier und da doch früher eine Pause einlege, bzw. nicht immer auf „Teufel komm raus“ zum Rennen antreten sollte.
In Kitzbühel in 5 Wochen bin ich aber hoffentlich wieder voll genesen und dann geht es im wahrsten Sinne des Wortes steil Bergauf :)!